
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr.Hans-Peter Rathjens
Die Rosbacher SPD befürwortet die Planung einer großen Sporthalle als Ersatz für die marode Halle im Sportzentrum Eisenkrain, lehnt aber die Einbeziehung einer Gastronomie zu Lasten des städtischen Haushalts ab. Sollte später auf dem Gelände tatsächlich ein gastronomischer Betrieb errichtet werden, spricht sich der Ortsverein dafür aus, dass Bau und Betrieb auf rein privatwirtschaftlicher Basis erfolgen.
„Die Stadt“, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Peter Rathjens, „hat schon in der Vergangenheit einige kommunale gastronomische Akzente gesetzt, die in Zeiten enger Finanzen nicht noch auf Kosten des Steuerzahlers ausgebaut werden müssen.“ Zu dem gastronomischen Angebot gehören u.a. die beiden Bürgerhaus-Gaststätten in Ober-Rosbach und Rodheim. Jüngst hinzu gekommen sind in den jeweiligen Ortsteilen das Eiscafé und die Vinothek, deren Ansiedlung erst durch öffentliche Mittel von Land und Stadt möglich wurde. Wenn auch niederschwellig, bietet die Wasserburg aufgrund der küchentechnischen Einrichtungen die Möglichkeit, dass bei Festen und anderen Veranstaltungen ein Caterer tätig werden kann. „Außerdem“, so der Fraktionsvorsitzende, „ist die Zukunft das Alten Rathauses noch immer unklar.“ Zwar bestehe ein Verkaufsbeschluss seitens des Parlaments, sollte jedoch der Verkauf aufgrund mangelnder Nachfrage nicht gelingen, stehe immer noch die Option im Raum, im Zuge der Sanierung auch dort eine Gastronomie auf städtische Kosten zu errichten. „Dies“, ärgert sich Rathjens, „wäre dann kommunalpolitischer Unfug im Quadrat“.
Davon losgelöst verweisen die Genossen auf die Investitionskosten und die daraus resultierenden jährlichen Belastungen des Rosbacher Haushalts. Ein an das Rodheimer „grasgrün“ angelehntes Gastronomiekonzept beansprucht einen Platzbedarf von rund 350 m2, der sich aus folgenden Komponenten zusammensetzt: Ein Gastraum für ca. 85 Gäste, eine Küche mit zwei Kühlräumen, ein Müllraum, ein WC und ein Sozialraum für das Personal, jeweils zwei WC-Anlagen für Gäste innen und außen sowie ein Behinderten-WC. Dies führt zu einem erheblichen zusätzlichen Platzbedarf, da am bisherigen Raumkonzept für die Sportvereine keine Abstriche gemacht werden sollen. Ferner müsse auch eine Außengastronomie berücksichtigt werden, die mit rund 100 m2 zu veranschlagen sei. Auf Grundlage der vom Ingenieur-Büro in der Vorplanung veranschlagten Kosten für den Hallenneubau errechnet Rathjens überschlagsmäßig reine Baukosten von etwa 740.000 €. Hinzu kommen noch, auf Basis der Machbarkeitsstudie für das Alte Rathaus, die Kosten für Planung und küchentechnische Einrichtungen von geschätzt jeweils 250.000 €, so dass sich eine Gesamtinvestitionssumme für die Gastronomie von knapp 1,25 Mio. € ergibt. Dies bedeutet dann bei reiner Kreditfinanzierung aus heutiger Sicht eine jährliche Belastung des städtischen Haushalts durch Zinsen, Abschreibungen bzw. Tilgungen von ca. 95.000 €, was in Anbetracht der schieren Höhe nicht durch Pachteinnahmen zu decken ist.
„Wenn sich ein privater Investor findet, der auch das volle wirtschaftliche Risiko von Bau und Betrieb trägt“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende, „haben wir nichts gegen einen gastronomischen Betrieb einzuwenden.“ In Anbetracht der Haushaltslage sowie der Kosten des Hallenneubaus in der großen Variante von ca. 18,2 Mio. €, müssen sich die städtischen Gremien aber auch ohne Gastronomie noch viele Gedanken machen, wie das Projekt überhaupt zu finanzieren ist. Auch andere Investitionsprojekte, wie z.B. das vom Senioren- und Inklusionsbeirat zu Recht angemahnte Haus der Begegnung, müssen in die Gesamtbetrachtung einfließen.
