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Reges Interesse am Thema "Sozialer Wohnungsbau"

Veröffentlicht am 27.07.2016 in Kommunalpolitik

v.l. Eckhard Hassebrock (Referent), Karlheinz Hümmer (AG60plus), Ellen Dietz (1. Vorsitzende SPD Rosbach/Rodheim), Dr. Hans Peter Rathjens (HAFI-Vorsitzender in der StVV Rosbach/Rodheim) und Thomas Kraft (Stellv. Vorsitzender der SPD Rosbach/Rodheim)

Sehr erfreut über den großen Zuspruch, den die jüngste Veranstaltung der SPD-Seniorenarbeitsgemeinschaft 60plus fand, zeigten sich Karlheinz Hümmer, der Unterbezirksvorsitzende der Senioren-AG, und Ellen Dietz, die Vorsitzende des SPD Ortsvereins Rosbach/Rodheim. Mehr als dreißig Genossinnen und Genossen, darunter eine große Zahl ehemaliger und noch aktiver Kommunalpolitiker, aus dem gesamten Kreisgebiet hatten am vergangenen Donnerstag den Weg in die Bürgerhausgaststätte des Rosbacher Ortsteils Rodheim gefunden, um sich über aktuelle Möglichkeiten zur Wohnraumförderung in Hessen zu informieren.

Eckhard Hassebrock, Vorstandsmitglied der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WI Bank) gab in ausführlicher Form einen Überblick über derzeit gültige Rahmenbedingungen der Wohnraumförderung in Hessen, und erläuterte die Gründe für den sprunghaft angestiegenen Bedarf an öffentlich gefördertem Wohnraum.

Ausgehend von der Lage nach dem Zusammenschluss der beiden ehemaligen deutschen Staaten, als bei schrumpfender Bevölkerung auf den ersten Blick genügend Wohnraum vorhanden gewesen sei, beschrieb der Redner den schon recht bald einsetzenden Wandel mit der häufig beruflich bedingten Umzugswelle besonders jüngerer Leute in die Ballungsräume der Großstädte. Weiterhin verschärfe seit etwa zwei Jahren der Zuzug zahlreicher Flüchtlinge aus Unruhe- und Kriegsgebieten die Situation auf dem Wohnungsmarkt erheblich.

Auch im hessischen Ballungsraum in und um Frankfurt sei der Erwerb geeigneter und auch bezahlbarer Grundstücke ein großes Problem, zumal sich einige Umlandgemeinden einfach „wegducken“. "Es muss", so Hassebrock, "unbedingt ein Interessenausgleich zwischen Frankfurt und dem Umland erfolgen, zumal sich der Bedarf an preiswürdigem Wohnraum weiterhin nachhaltig erhöhen wird." 

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erläuterte der Bankmanager die Bedingungen, an die die Auszahlung öffentlicher Gelder zur Erstellung von gefördertem Wohnraum gebunden ist.  So gelten je nach Haushaltsgröße festgelegte Einkommensgrenzen, es besteht eine Belegungs- und Mietpreisbindung für 20 Jahre und es sind eigene Finanzierungsbeteiligung der Stadt notwendig,

Öffentliche Baudarlehen werden derzeit zu einem Festzins von 0,6% gewährt. Zudem wird als neuste Maßnahme ein Zuschuss von 10% des Darlehensbetrages zur Verbesserung der Konditionen gewährt. Weitere Vorteile sind die Einräumung einer Nachrangfinanzierung, Konditionensicherheit über die gesamte Laufzeit und die Nichterhebung von Bereitstellungszinsen.

Grundsätzlich gilt die Förderung gemäß dem Hessischen Wohnraumfördergesetz für alle natürlichen und juristischen Personen. In der Praxis allerdings sei es in erster Linie ein Instrument für Gemeinden zur Unterstützung von Haushalten, die sich am Markt nicht angemessen mit Mietwohnraum versorgen können. Für private Personen  seien diese weitgehend uninteressant und kaum realisierbar.

An der anschließenden Diskussionsrunde beteiligten sich viele der anwesenden Gäste. So wurde zum Beispiel vorgeschlagen, wieder eine Eigenheimzulage einzuführen, die Grunderwerbssteuer unter gewissen Voraussetzungen zu erlassen bzw. zu ermäßigen oder eine Wohneigentumsförderung für junge Familien zu etablieren.  Zum Ende der Veranstaltung dankte Karlheinz Hümmer dem Referenten für seinen informativen Vortrag, dem SPD Ortsverein Rosbach/Rodheim für die Organisation der Veranstaltung sowie den übrigen  Anwesenden für das rege Interesse und die Diskussionsbereitschaft und kündigte weitere Veranstaltungen für das 2, Halbjahr an.

Karlheinz Hümmer
Vorsitzende der AG60+ Wetterau

Herbert See
Pressesprecher der SPD Rosbach/Rodheim