Das Museum in SeulbergHeimatmuseum- wie langweilig! So werden viele gedacht haben, als sie die Einladung der sozialdemokratischen Frauen aus Rosbach und Rodheim zum Besuch des Heimatmuseums in Seulberg gelesen haben.
Aber - und das wurde den Besucherinnen schnell klar - der Aufenthalt und die Führung durch Frau Brigitte Wenzel durch das Museum und die ev. Seulberger Kirche waren keineswegs langweilig!
"Bemerkenswert ist," so Klara Vögeli, "dass sich zunehmend junge Frauen wieder für das Haltbarmachen von Lebensmitteln oder für Handarbeit interessieren.". "Sehr bewegt haben mich die Informationen über die sogenannten 'Hexenkinder' im Seulberger Museum", meinte Ellen Dietz. "Es ist erschreckend, wie sehr die Kirche die Angst und Armut der Menschen für ihre Machtinteressen ausgenutzt hat. Fast dreiviertel der Seulberger Bevölkerung sind während der Hexenverfolgung gefoltert, ertränkt oder verbrannt worden."
Durch die Arbeit von Frau Dr. Erika Dittrich, der Leiterin des Museums und durch alle ehrenamtlich in der Museumsarbeit in Seulberg Engagierten gibt es für die Menschen in der Region eine hervorragende Zusammenstellung der regionalen Geschichte und der Lebensweise in Alltag und Beruf der Menschen. Auch für Feiern in Verbindung mit der Museumsarbeit stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne zur Verfügung.
Besonders beeindruckt waren die Besucherinnen von einem über 100 Jahre altem, jedoch immer noch funktionstüchtigen Holz- und Kohleherd. Brigitte Wenzel erläuterte, dass jede Menge Erfahrung dazugehöre, um den Herd optimal nutzen zu können.
Nach dem Museumsbesuch stattete die Delegation der SPD-Frauen der ev. Kirche einen Besuch ab. Mit rund 500 Sitzplätzen wurde die 150 Jahre alte Kirche des damals aus 130 Häusern bestehendes Ortes deutlich überdimensioniert. "Der Grund hierfür liegt", so Frau Wenzel, "im direkte Wettbewerb der Kirche mit der Hugenottenkirche in Friedrichsdorf, in die in erster Linie 'Franzosen' gingen".
Ulrike See, die den Kontakt geknüpft hatte, bedankte sich im Namen der Teilnehmerinnen für die spannende und einfühlsame Führung von Frau Wenzel, die sich extra für den Besuch einen Freitagnachmittag Zeit genommen hatte. Nach ihrer Aussage ermögliche „das Museum einen guten Blick in die Vergangenheit - nicht nur von Seulberg.“
Herbert See
Pressesprecher der SPD Rosbach/Rodheim