
Armin Hoffmann
Die neue Normalität in der Ukraine: Leben in Zeiten des Krieges“ lautete der Titel der Veranstaltung, zu der die SPD Rosbach am 01.11.24 in die Wasserburg eingeladen hatte.
Der Referent des Abends, Armin Hofmann, der als Vertreter einer großen Organisation beruflich in der Ukraine tätig ist und regelmäßig Reisen in das Land unternimmt, schilderte lebhaft seine Eindrücke und Erfahrungen sowohl von der Zeit vor dem Kriegsausbruch und wie es sich aktuell darstellt. Bei seinem Vortrag zeichnete er vor allem ein Bild der Alltagssituation der Menschen im Land und ihren Herausforderungen in Zeiten des Krieges.
Zunächst skizzierte Hofmann die Situation, wie sie 2021 war, als er mit seiner Familie in die Ukraine einreiste und wie sie das Land als Neuankömmlinge im Hinblick auf die Versorgungs-, Schul- und Arbeitssituation erlebten. Er erzählte, wie sie nach ihrer Ausreise, die unmittelbar vor Kriegsbeginn im Februar 2022 erfolgte, die neue Situation in Deutschland wahrnahmen und berichtete eindringlich von der ersten Zeit nach dem Angriff durch die russische Armee, als sich Menschen in Panik in sicherere Regionen flüchteten oder Zuflucht im Ausland mit ihren Familien suchten. Weiter beschrieb Hofmann, wie sich die Situation für die Menschen in der Ukraine im Jahr 2024 darstellt und wie sie sich auf die neue Normalität eingestellt haben. Ihr Versuch, ein möglichst normales Leben zu führen und trotzdem die Gefahren des Krieges mit den täglichen Luftalarmen nicht zu vernachlässigen. Er zeigte auf, wie die Menschen den gefallenen Soldaten gedenken, wie sie sich bei Luftalarm verhalten und dennoch zur Arbeit gehen, Konzerte besuchen oder sich in Restaurants treffen. Auch teilte Hofmann seine Eindrücke aus seinen Gesprächen vor Ort: Die beeindruckende Entschlossenheit der Menschen, ihr Land und ihre Freiheit zu verteidigen, aber auch die Erschöpfung und das Leid, die nach fast drei Jahren der russischen Invasion zu spüren sind. Zum Abschluss schilderte er, mit welchen Erwartungen seine Gesprächspartner vor Ort in die Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union gehen und was sie sich daraus für ihr Land erhoffen.
Eine gut besuchte Veranstaltung mit einem sehr interessierten Publikum, das viele Fragen an den Referenten stellte und die auch zur Reflektion abseits der Kriegsberichte anregte. Dank geht an Dr.Hans-Peter Rathjens, der die einführenden Worte sprach und die Interaktion mit den Zuhörern moderativ begleitete.
